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Das T-Shirt einer Führungskraft

„Taten zählen mehr als Worte“, stand kürzlich auf dem T-Shirt einer Seminarteilnehmerin. Nach spontaner Zustimmung kamen mir jedoch Zweifel.

Das Wort „Asyltourismus“ fiel mir zum Beispiel ein, vernommen aus dem Mund des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Eine in meinen Augen zynische und verachtungsvolle Bezeichnung für das Phänomen flüchtender Menschen. Oder „Anti-Abschiebungsindustrie“, ein kraftmeiernder und Beifall heischender Begriff von Alexander Dobrindt, mit dem er Menschen verunglimpft, die auf Basis unserer Verfassung und Gesetze anderen Menschen in Not helfen.

Das widerlichste Beispiel kommt allerdings aus dem AfD-Umfeld: Denn nachdem Claudia Roth in einer Sitzung des Bundestages deren Fraktion zurechtgewiesen hatte, hieß es auf der Website der AfD-Fraktion bei den Kommentaren sinngemäß: Dich Vieh werden wir mit Klavierdraht am Fleischerhaken aufhängen.

Wollen wir letzteres als den heute üblichen „Shitstorm“ achselzuckend hinnehmen? Sind die Worte der CSU-Politiker entschuldbar, „weil halt gerade Wahlkampf ist in Bayern“? Ich meine: Wir müssen uns dagegen wehren. Denn was heute noch Worte sind, kann morgen Taten zur Folge haben.

Worte können so viel mächtiger sein als Taten. Sie bereiten diesen nämlich erst den Weg. Lassen Sie uns einen Beitrag dafür leisten, dass dieser Weg uns alle zu mehr Miteinander anstatt zu mehr Gegeneinander führt!

Noch eine persönliche Anmerkung: Weshalb schreibe ich das hier, obwohl dieser Beitrag mit meinen Unternehmer- und Topmanagement-Kunden unmittelbar nichts zu tun hat? Ganz einfach deswegen: Ich bin es einfach leid, stillschweigend der zunehmenden Verrohung zuzuhören, die den Diskurs in Politik und damit in der Gesellschaft immer mehr prägt. Ich möchte endlich meine Stimme erheben für ein gelingendes Miteinander und meine Worte denen der anderen entgegenstellen. Wenigstens in dem Rahmen, in dem mir das möglich ist, nämlich hier.