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Der Preis des Adrenalins

Vorgespräch mit einem potentiellen Coachee. Etwa 30 Jahre jung, hoch motiviert, hoch engagiert, hoch erfolgreich. So jemand ins Coaching? Wieso das denn?

„Hoch motiviert“ resultierte bei ihm u. a. aus der Leitung eines internationalen Projektes, an dem regelmäßig der Vorstandsvorsitzende des Konzerns persönlich anwesend war. Ein süßer und anregender Adrenalinstoß, den es da jedes Mal aufs Neue gab, der wach und munter gemacht hat.

„Hoch erfolgreich“, weil über mehr als ein Jahr hinweg der Arbeitstag 16 Stunden hatte: acht Stunden wie bisher für die normale Stelle, acht Stunden fürs Projekt. Und beides lag immer voll im Plan. Viel Anerkennung, wie toll das alles läuft.

Tja... und mit der Zeit wurde das Abschalten immer schwerer. Abends um 23 Uhr Tagesthemen gucken, parallel Abendessen und letzte Mails mit dem BlackBerry beantworten. Dann kamen im Privaten noch ein Sterbefall hinzu und eine Familie, in der jeder bei meinem Coachee Halt gesucht hat, obwohl er selbst diesen natürlich immer schlechter geben konnte.

Das ist eine jener Situationen, wo es selbst mir als Profi-Coach, der schon einiges erlebt hat, innerlich den Hals zuschnürt – alleine vom Zuhören. Aber umso mehr heißt es: rein ins Coaching!

Arbeiten werden wir anfangs an zwei „Hebeln“: Die Fähigkeit zum „Abschalten“ wieder neu zu gewinnen. Und die Fähigkeit zum Nein sagen und Grenzen ziehen – ohne das geht’s einfach nicht. Da liegt ein gutes Stück Weg vor meinem Coachee. Toll, dass er’s angeht!