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Die Freiheit zu gehen

Eine tolle Erfahrung, die mir die Bereichsleiterin eines großen Industrieunternehmens da erzählt hat. Fünf Jahre ist sie nun in diesem Unternehmen tätig und seit fünf Jahren kämpft sie mit Kraft, Engagement, Entschlossenheit und Geschick für die Entwicklung ihres Bereiches.

Ihr Problem ist die „Führungscrew“ an der Spitze des Hauses. Was heute noch als finale Entscheidung verkündet wird, ist spätestens in einem Monat wieder obsolet. Und gefühlt jede rote Linie, die gezogen wird, „das gibt es bei uns nicht“ ist wenige Wochen später schon wieder verblasst und wird von allen überschritten. Das zermürbte die Bereichsleiterin, meinen Coachee, sehr und sie hatte regelmäßig Zweifel, ob sie in diesem Haus denn am richtigen Platz ist.

Vergangenheitsform: „zermürbte“! Nach zwei Jahren im Unternehmen hatte sie nämlich für sich eine tolle Lösung gefunden. Sie setzte sich an einem Wochenende hin und schrieb ihr Kündigungsschreiben an die Geschäftsführung. Und hinterher auch gleich noch den Abschiedsbrief an die Mitarbeiter des eigenen Bereiches. Beide Dateien speicherte sie auf einem Stick ab. Sie steckte den Stick in ihre Tasche. Und trägt ihn seither an jedem Arbeitstag bei sich. Seit drei Jahren.

„Seither bin ich komplett frei.“, erzählte sie mir. „Ich weiß und fühle, dass ich jeden Augenblick gehen kann. Und genau das macht mich sowohl gelassener als auch souveräner mit all dem, was hier im Unternehmen passiert, umzugehen.“

Großartig, nicht wahr?