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Feedback nicht erwünscht

Familienwochenende in einem oberbayerischen Gasthof. Die Zimmer waren einwandfrei, aber um dorthin zu gelangen, musste man durch einen Gang, der fast komplett dunkel war, mit Gerümpel vollgestellt und extrem muffig roch.

Weil mich das doch sehr störte und ich zugleich annahm, dass es dem Pächter möglicherweise nicht bewusst war, wollte ich ihm das beim Bezahlen der Rechnung rückmelden.

Seine Körpersprache und seine knappe Kommunikation beim Bezahlvorgang hätten mir Warnung genug sein sollen. Trotzdem fragte ich ihn, ob er an einem Feedback interessiert wäre. Er bejahte, und nachdem ich ihn für die Zimmer gelobt hatte (gelernt ist gelernt ;-)), wies ich ihn auf den Durchgang hin.

Die Reaktion war heftig: Was denn hier bitte nicht in Ordnung sein soll? Da könne er schließlich auch nichts ändern! Er hat das als Pächter schließlich so übernommen! Da kann er gar nichts machen! Und so weiter. Statt einem „Dankeschön für Ihre Rückmeldung!“ bekam ich eine deutliche Klatsche.

Mein Lerneffekt: Der Körper lügt nicht. Die unbewussten Signale der Körperhaltung und der Distanz des Pächters sprachen die Wahrheit über seine innere Haltung; nicht sein Lippenbekenntnis, dass er angeblich mein Feedback hören wolle.

Wieder eine Erfahrung reicher, kann ich da nur sagen!