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Hartnäckiges Gerücht

„Der Alltag hat mich eingeholt“. Das höre ich immer wieder in meinen Führungskräfte-Trainings, wenn die Teilnehmer berichten, warum sie ihre Ziele aus dem vorausgegangenen Seminar nicht umgesetzt haben.

Dieses Gerücht hält sich ja hartnäckig. Aber es bleibt ein Gerücht, dass der Alltag in der Lage wäre zu laufen, und sogar so schnell, dass er uns einholen und unser Handeln beeinflussen könnte. Er, der Alltag nämlich, ist nach dieser Logik schuld daran, dass ich nicht das tue, was ich eigentlich vorhatte.

So kann man sich auch selbst belügen. Denn letztlich ist „Alltag“ (im Beruf genauso wie im Privaten) jeden Tag nichts anderes, als eintausend Wünsche und Erwartungen, die von außen auf uns zukommen, per E-Mail, per Telefon oder persönlich. Immer möchte jemand etwas von uns, permanent sind wir mit diesen Erwartungen konfrontiert. Und jedes Mal müssen wir aufs Neue die Entscheidung treffen, wie wir damit umgehen: Ja sagen – oder eben Nein.

Genau das ist nämlich in Wahrheit der Alltag: Mich permanent entscheiden müssen. Und für diese Entscheidung Verantwortung zu übernehmen, ganz ohne Ausflüchte. Wer klare Ziele vor Augen hat, kann diese Entscheidungen schneller und leichter treffen, als jemand, der in der Früh mit der Haltung aus dem Bett kriecht „mal zu schauen, was der Tag so bringt.“