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Die (Ohn-) Macht der Rhetorik

Wer will das nicht: Menschen bewegen und Einfluss auf sie nehmen. Ein fantastisches Beispiel, wie das gelingen und auch misslingen kann, habe ich diese Woche auf einem großen Kongress erlebt, bei dem ich als Co-Moderator durch das Programm führen durfte.

Am ersten Tag traten erst einmal vier Redner vor das Publikum. Rhetorisch gesehen, war einer schlechter als der andere. Geschätzte 90 Prozent der Zuhörer im Auditorium spielten mit ihren Smartphones. Dann kam Redner Nummer 5: rhetorisch brillant. Er genoss die volle Aufmerksamkeit aller Zuhörer und bekam viel Applaus, und das, obwohl er Thesen vertrat, die im 17. Jahrhundert sicher besser aufgehoben wären als heute. Inhaltlich war sein Beitrag völlig daneben.

Tja, und worüber berichtete am nächsten Tag die lokale und regionale Presse? Natürlich (fast) ausschließlich von diesem letzten Redner. Fachlich mögen die anderen besser gewesen sein als er. Bloß: Wer hat deren Meinung gehört?

Und was hilft eine ungehörte Meinung?

PS ... falls Sie‘s noch nicht wussten ... zufällig biete ich auch Rhetoriktrainings an, für Einzelpersonen ebenso wie für Gruppen.