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Mutter & Tochter

Eine leider immer noch seltene Kombination: Klärungsgespräch einer Unternehmerin mit ihrer Nachfolge-Tochter. Die beiden kommen insgesamt gut miteinander klar, die Basis stimmt, aber bei einem für das Unternehmen wichtigen Thema, waren sie über Monate zu keiner Einigung gekommen.

Der Mutter war wichtig, an dieser Stelle kein Machtwort sprechen zu wollen. Die Tochter sollte von dem gemeinsamen Ergebnis persönlich überzeugt sein, weil sie es nur so, auf lange Sicht würde mittragen können und wollen. Aber genau am „gemeinsamen“ waren sie eben immer wieder gescheitert.

Nein, ich kann auch nicht zaubern. Aber es hat gerade einmal zwei Stunden gedauert bis Mutter und Tochter sich unter meiner Moderation vollkommen einig waren, wie es weitergehen sollte. Wie kann das sein?

Wichtigste Voraussetzungen: Beide Seiten vertrauen sich gegenseitig. Und es gab keine alten Geschichten aufzuarbeiten, wo ein Graben zwischen ihnen entstanden wäre, den es erst einmal gälte zuzuschütten, bevor man zum aktuellen Konfliktthema kommen kann.

Letztlich war es ein klassisches Kommunikationsproblem: Mutter wie Tochter benutzen für die Beschreibung ihrer eigenen Ideen jeweils Begriffe, die für die andere Seite absolute Reizworte waren, und zwar weil mit diesen Begriffen Vorstellungen über Konsequenzen verbunden waren, die man keinesfalls im Unternehmen haben wollte. „Das habe ich doch ganz anders gemeint“ oder „das wollte ich damit keinesfalls sagen“ waren oft gehörte Sätze an diesem Nachmittag.

Die Tochter war am Ende des Treffens etwas frustriert und fragte laut: „Warum gelingt uns das nicht alleine?“ Vor allem aber waren beide Seiten glücklich über die endlich gefundene Vereinbarung.