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Professionelle Zahnreinigung

„Mindestens fünf Mal habe ich es ihm schon gesagt. Aber er kapiert es einfach nicht“, so klagt mir gelegentlich eine Führungskraft, wenn sie mit ihrem Latein am Ende ist und nicht mehr weiter weiß, wie sie einen bestimmten Mitarbeiter doch noch erreichen kann.

Genau dieses Problem hatte ich seit ein paar Jahren mit meinem Zahnarzt gehabt. Seit es IGeL-Leistungen gibt, versucht er jedes Jahr aufs Neue mir eine professionelle Zahnreinigung zu verkaufen. Der Aufwand, den er dafür treibt ist zum Teil erheblich, doch Jahr für Jahr lehne ich dankend ab. Freundlich, aber bestimmt. Manchmal mit Humor, meinen Ärger überspielend. Aber alles hat nicht geholfen. Im nächsten Jahr ging es wieder von vorne los.

Dieses Mal habe ich deshalb bei ihm angewandt, was ich sonst immer den oben beschriebenen Führungskräften empfehle, nämlich den Einsatz der „3 Überzeuger“ aus der Rhetorik. Kaum dass er mir zur Begrüßung die Hand gegeben hatte, ergriff ich das Wort.

Ich: „Bevor Sie loslegen, möchte ich gerne etwas Grundsätzliches sagen.“ (Wichtig: Stimme senken am Satzende. Pause machen. Blickkontakt zum Gegenüber halten!) „Ich komme seit vielen Jahren zu Ihnen, weil ich Sie als zuverlässigen und kompetenten Zahnarzt kenne.“ (Das ist wirklich so. Und mir war es ein Bedürfnis das zuerst auch einmal gesagt zu haben. Wieder hatte ich die Stimme gesenkt, eine Pause gemacht und Blickkontakt gehalten). Und dann Satz drei, natürlich wieder unter Einsatz dieser drei Überzeuger:

„Aber bitte sprechen Sie mich nie wieder auf eine professionelle Zahnreinigung an.“

Gerade dass er nicht strammgestanden ist, mein lieber Zahnarzt. Seinem Gesicht war deutlich anzusehen, dass die Botschaft angekommen war. Und er wies gleich seine Assistentin an, dies in der Akte entsprechend zu vermerken.

So einfach geht das. Weil es so unglaublich wirksam ist. Probieren Sie es einmal aus!