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Vorbild Donald Trump

Politisch und gesellschaftlich halte ich den amerikanischen Präsidenten für eine Katastrophe und muss doch gleichzeitig feststellen, dass man von ihm tatsächlich etwas lernen kann – und darum soll es hier gehen.

Punkt eins: „Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.“ Hätte man die vorhergehenden Präsidenten gefragt, ob sie Zeit hätten, täglich mehrere Stunden fernzusehen, sie hätten vermutlich nur gequält gelächelt, angesichts einer derart dämlichen Fragestellung. Lächerlich, absurd, abwegig. Nun, Donald Trump beweist uns allen, dass das geht. Jeden Tag stehen ihm erst einmal exakt so viele Stunden zur Verfügung wie allen seinen Vorgängern im Amt: 24 nämlich. Aber er nimmt sie sich fürs Fernsehen und damit genau für das, was ihm persönlich wichtig ist.

Punkt zwei: „Die Grenzen Deiner Vorstellung sind die Grenzen Deiner Welt“, ein Satz über den ich schon einmal [April 2017] geschrieben habe. Der Wirtschaftsmacht China ihre Grenzen aufzeigen? Sich mit Nordkoreas Machthaber treffen? Dutzende bestehende Verträge einfach kündigen? Für die meisten Menschen waren das undenkbare Schritte. Und deshalb konnte sie auch keiner seiner Vorgänger gehen. Aber wer (a) solche Dinge denken kann und (b) die Macht hat, sie auch umzusetzen, der verändert die Welt nach seinen Vorstellungen.

Donald Trump gilt von seiner Persönlichkeit als stark beschränkt. Zumindest in diesen zwei Punkten ist er es leider nicht.