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Wenn das Problem nicht das Problem ist

„Ich gehe unter in meiner täglichen E-Mail-Flut“. So klagte kürzlich eine Führungskraft und bat um ein Einzelcoaching. Der Mann wollte besser priorisieren lernen, um durch Techniken der belastenden Situation endlich Herr zu werden.

Hätte ich in diesem Augenblick nur meiner Intuition vertraut. Denn die sagte mir, dass gerade in Priorisierungstechniken die Lösung sehr wahrscheinlich nicht zu finden sein würde. Doch ich googelte tatsächlich noch im Web herum, was meine Berater-Kollegen zu diesen Stichworten Kluges schreiben. In der Sitzung kam es dann jedoch ganz anders.

Zuerst erkannte die Führungskraft, wie sehr sie sich selbst ständig unter Druck setzte, indem sie meinte, immer alles sofort und dann natürlich auch noch abschließend beantworten zu müssen. Ein inneres „Beeil Dich!“ hetzte den Mann, und ein „Mach’s mir recht!“. Als wir eine halbe Stunde später mit Hilfe der Klopfakkupunktur diese inneren Stressauslöser beseitigt hatten, hatte ich einen völlig entspannten und zu- versichtlichen Menschen mir gegenübersitzen. Und gerade weil er so entspannt war, war er dann auch in der Lage, binnen 20 Minuten einen tragfähigen Handlungsplan zu entwickeln.

Wie gut, dass wir nicht an dem Prioritätenproblem herumgedoktert hatten, wie es die Führungskraft erwartet hatte. Sie hätte danach sicherlich viel mehr Techniken gekannt. Aber garantiert nichts anderes getan. Denn die inneren Hetzprogramme hätten genau das zu verhindern gewusst.