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Beziehungsstress

Es kommt immer wieder vor, dass meine Coachees ein sehr persönliches Thema zum Inhalt ihrer Sitzung machen: die Beziehung zum (Ehe-)Partner. Welch verblüffende Auswirkung das auf die Arbeit haben kann, durfte ich kürzlich beim Coaching eines Unternehmers erfahren.

Unser Treffen begann mit dem harmlosen Thema, dass Meetings, die in seinem Unternehmen am späten Nachmittag angesetzt würden, oft nicht vor 20 Uhr endeten und auch häufig recht unproduktiv verliefen. Eine unbefriedigende Situation für ihn. Er wollte „Besprechungstechniken“ von mir lernen, um diese Meetings effektiver gestalten zu können.

Im Laufe des Coachings kam nun aber etwas ganz anderes ans Licht. Seitdem die Kinder meines Coachees das Elternhaus verlassen hatten, kriselte es in seiner Ehe. Das frustrierte ihn zunehmend und machte ihn unglücklich. Was ihm in keinster Weise bewusst gewesen war und ihn nun sehr verblüffte, war die folgende Erkenntnis: Die langen Meetings stellten letztlich seine unbewusste Strategie dar, um die als nervenaufreibend empfundenen Abende mit seiner Frau verkürzen zu können!

Der Unternehmer hätte sicherlich ein Weltmeister in Besprechungstechniken werden können. Es hätte allerdings nichts geholfen, da er unbewusst ganz andere Ziele mit seiner Moderation verfolgte. Deshalb war es sinnvoll, anstatt an seiner Diskussionsleitung an seinem Beziehungsthema zu arbeiten. Mit ersten kleinen Fortschritten, wie er mir zwischenzeitlich berichtet hat.

Hier noch zwei hervorragende Bücher zum Thema, die ich selbst jetzt im Urlaub gelesen habe und die Gott sei Dank KEIN Ratgeber für die perfekte Beziehung sind: