zurück zur Übersicht

Die Briennerstraße in München

Wann immer möglich nutze ich für den Weg in mein Münchner Büro das Rad. Sehr erfreut war ich deshalb, als vor einigen Wochen die Briennerstraße, die vom Odeonsplatz Richtung Nymphenburg führt, dauerhaft in einer Fahrtrichtung für Autofahrer gesperrt wurde und wir Radler dadurch etwas mehr Platz bekommen.

An besagter Straße passierte nun folgendes. Das „Durchfahrt-Gesperrt-Schild“ ignorierten fast 100% aller Autofahrer. Der Verkehr wurde dadurch nicht weniger. Deshalb wurde das Schild deutlich vergrößert und noch mit einem Text-Hinweis ergänzt. Wiederum keine Wirkung. Schließlich stellte sich den Autos ein freundlicher Polizist in den Weg, der jedem einzelnen Fahrer erklärte, dass er hier leider nicht mehr durchfahren könne. Diese Maßnahme zeigte erste, kleine Verbesserungen. Trotzdem waren noch zwei weitere Eskalationen von Nöten: Die Straßenbemalung wurde deutlich verstärkt. Die fetten, weißen Streifen auf der ehemaligen Fahrbahn leuchteten einem selbst bei Nacht noch entgegen. Und – jetzt war es fast geschafft – die letzte Maßnahme war dann noch ein Polizeiauto, das sich entgegen der Richtung mitten auf der Straße platzierte und so auch noch dem letzten klar machte, dass er sich doch bitte an den neuen (Um-)Weg halten möge.

Tja, der Mensch ist halt nunmal ein Gewohnheitstier. So lange wie möglich halten wir an unseren gewohnten Mustern fest. Das liegt daran, dass jede Wiederholung eines Tuns in unserem Gehirn eine entsprechende Synapsenverschaltung zur Folge hat und wenn wir etwas tausend Mal gemacht haben, gibt es zu dieser Handlung förmlich eine Autobahn im Gehirn. Neues Verhalten beginnt da erstmal sehr mühsam mit einer ersten, neuen Verknüpfung im Oberstübchen. Es ist maximal ein Trampelpfad, der dadurch gebahnt wird.

Vielleicht beruhigt es Sie ja ein wenig, das zu lesen. Gerade wenn Sie sich schon öfter dabei ertappt haben, es mal wieder nicht geschafft zu haben, was Sie sich an neuem Verhalten vorgenommen haben. Sie sind deswegen nicht „zu blöd“. Es ist mehr als normal. Und wenn Sie wissen wollen, wie Veränderung trotzdem leichter, öfter, schneller, zuverlässiger gelingt, dann melden Sie sich gerne bei mir!