zurück zur Übersicht

Die Macht der Nein-Sager

Der Partner will am Wochenende etwas unternehmen. Seine Partnerin nicht. Eine Führungskraft will mit einem Kollegen ein klärendes Gespräch. Doch der lehnt ab. Eine Unternehmerin möchte ihren Mitgesellschafter für eine neue Strategie gewinnen. Doch der hat daran kein Interesse.

Ich könnte die Liste beliebig fortsetzen. Fällt Ihnen was auf? Wer bestimmt in allen drei Fällen das „Programm“? Es ist jedes Mal der Nein-Sager. Der, der nicht will. Der, der sich verweigert.

Die eine Seite bemüht sich: sie will, gemeinsam mit der anderen Seite, etwas erreichen. Dafür geht sie in Vorleistung, lehnt sich aus dem Fenster, macht sich dadurch auch angreifbar ... und die andere Seite sagt einfach „Nein“. Und schafft damit die Fakten.

Lange sah ich in diesen Konstellationen vor allen Dingen die Ohnmacht, die für den Initiator aus einer solchen Konstellation resultiert. Mittlerweile ist mir jedoch klar geworden, dass diese Ohnmacht letztlich selbstgewählt ist. Denn in letzter Konsequenz bleibt jedem Menschen eine radikale Option offen. Ebenfalls „Nein“ zu sagen. Und die Beziehung zu beenden.