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Gendergerechter Blödsinn?

Leser*innen, Interessent_innen, UnternehmerInnen - aufgepasst. hier geht es um den großen Trend, gendergerecht sprechen zu "müssen"! Sprenger&Sprenger haben auf ein paar gute Aspekte hingewiesen, die ich hier teilen und weiterentwickeln will.

Die Grundidee ist ja eine Gute: es soll durch neue Sprache mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass außer Männern auch genauso Frauen Aufgaben wahrnehmen und Verantwortung tragen. Deshalb ist es auch nützlich, zum Beispiel von „Ärzten und Ärztinnen“ zu sprechen. Das weitet zu Recht den Blickwinkel und macht Mädchen bewusst, dass sie genauso wie die Jungs in ihrer Klasse einmal diesen Beruf ergreifen können. Gleiches gilt umgekehrt natürlich für „Kindergärtnerinnen und Kindergärtner“. So weit, so gut!

Das war’s dann aber auch schon mit dem Sinnvollen. Das entscheidende Argument gegen gendergerechte Sprache ist nämlich, dass das Geschlecht in der Sprache (der Genus) nichts zu tun hat mit dem Geschlecht eines Menschen (dem Sexus).

Das Mädchen. Die Frau. Der blonde Engel: ein Beispiel wo der Sexus 3x weiblich ist, der Genus aber jede der drei möglichen Formen annehmen kann. Nochmal: Sexus und Genus haben nichts miteinander zu tun. Wer nun aber auf gendergerechtes Sprechen Wert legt, ignoriert genau diese Tatsache und sexualisiert damit unsere Sprache.

Andere Beispiele: Die Hose. Der Rock. Oder: Wem ein Motorrad aus München gehört, fährt die BMW. Wer ein Auto von dort sein eigen nennt, den BMW. Einmal „weiblich“, einmal „männlich“, und das für Gegenstände, die eindeutig "sächlich" sind. Deshalb meint die Führungskraft auch nicht nur Frauen und der Manager nicht nur Männer. Unserer Sprache ist das nämlich alles piepegal. Sie hat ihre eigenen sprachlichen Regeln und das sind nicht die der Biologie. Diese Regel lautet vielmehr, dass die Endung "-er" einen Menschen in seiner Rolle bezeichnet. Ein Mensch zum Beispiel, der meinem Vortrag zuhört, ist ein Zuhörer. Das können Männer sein, Frauen oder eben auch Diverse. Der Sexus ist egal. Ihre gemeinsame Funktion ist das Zuhören.

Sprenger sagt deshalb, wie ich finde zu recht: wer aufs Gendern besteht, instrumentalisiert Sprache zur Positionierung und Politisierung. Damit beraubt er sie aber ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich uns Menschen miteinander zu verbinden, indem sie sich verständigen. Sexualisierte Sprache trennt. Sie verbindet nicht - auch wenn sie genau das vorgibt zu tun.