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Vom Thron gestoßen

Alice Miller, die großartige Kinderpsychologin, hat die Erziehung ihres eigenen Sohnes völlig verbockt. Das beschreibt dieser sehr anschaulich in seinem aktuellen Buch. Walter Kohl, der Sohn des Einheits-Kanzlers, erzählte vor Jahren, wie Helmut Kohl als Vater für ihn war: ein großes Hindernis beim Versuch gut ins Leben zu starten. Schließlich Margret Thatcher, die in einem Kinofilm als alte, etwas wirre und einsame Frau in ihrem Haus gezeichnet wurde.

Alle drei verbindet, dass sie zu den ganz Großen zählten. Bewundert von den einen, gehasst von den anderen. Gerade bei ersteren war deshalb die Empörung groß, wenn die Schattenseiten ihrer Persönlichkeit öffentlich gemacht wurden. „Das geht doch nicht! Das macht man nicht!“

Ich meine: jeder Unternehmer, jede Führungskraft tut gut daran, sich selbst und seinen Mitarbeitern immer wieder klar zu machen, dass er als allererstes eines ist: ein Mensch. Und diese Spezies gibt’s halt nur mit Macken und mit Neurosen. Das macht sie schwierig, zum einen. Aber spannend und liebenswert, zum anderen!