Ein einziges Teammitglied kann ausreichen, das ganze Team durcheinander zu bringen.
Meine Frau berichtet das oft aus Schulklassen, mit denen sie über einige Wochen in Tanzprojekten arbeitet. Eine eigentlich ganz normale Klasse, aber mit einem verhaltensauffälligen Kind. Dieses eine Kind stört dauernd, schreit und provoziert. Die anderen Kinder sind genervt, gestresst, unsicher, nicht bei sich. Wenn dieses Kind dann einen Tag fehlt, ist die Klasse ist wie ausgewechselt. Ruhe. Leichtigkeit. Miteinander. Auf einmal können alle atmen.
Genau das sehe ich gelegentlich in Führungsteams. Da sitzt eine Führungskraft, die ständig dagegen schießt, andere klein macht, die Meetings dominiert, schlechte Stimmung bringt.
Alle richten sich nach dieser Person. Die einen gehen in den Kampf und arbeiten sich daran ab. Die anderen ziehen sich zurück, werden still und passen sich an. Irgendwann ist das ganze Führungsteam wahlweise müde, genervt, agressiv – in jedem Fall aber blockiert.
Die Wahrheit ist: Manchmal hilft kein Offsite, kein Coaching und auch kein Workshop für ein „besseres Miteinander“. Manchmal ist die beste Teamentwicklung ganz simpel – aber unbequem:
Du nimmst genau diese schwierige Führungskraft aus dem System. Klare Grenze, Trennung.
Und plötzlich, keine Magie, verändert sich alles.
Die Gespräche werden wieder offener. Die Menschen übernehmen Verantwortung. Entscheidungen fallen endlich schneller. Es fühlt sich an, als wäre das ganze Team gesund geworden.
Klar, Trennung ist kein leichter Schritt. Gerade wenn diese Person eine hohe fachliche Expertise oder sehr viel Erfahrung hat. Und doch:
Wenn eine Person dein ganzes Führungsteam krank macht, ist Wegschauen auch eine Entscheidung. Doch dann schützt du nicht das Unternehmen, sondern das Problem.
Welche Erfahrungen hast du mit solchen „Störern“ im Führungsteam gemacht? Schreib es mir gerne hier