Der Motor kennt keinen Leerlauf

Viele Unternehmer halten ihr Getriebensein für Stärke.

Immer unter Strom. Immer erreichbar. Immer noch ein Thema, ein Projekt, eine Entscheidung.

Von außen wirkt das oft beeindruckend. Es strahlt schließlich Tatkraft, Energie und Einsatz aus.

Spannenderweise erlebe ich im Coaching etwas ganz anderes.

Da sitzen mir Menschen gegenüber, die längst nicht mehr spüren, was sie wirklich wollen. Die nur noch reagieren. Die kaum noch unterscheiden können zwischen echter Kraft und innerem Druck.

Genau das meine ich mit Getriebensein.

Es ist dieser Zustand, in dem man immer weiterläuft, obwohl innerlich schon lange etwas „Stopp“ gesagt hat.

Klar, das kenne ich auch von mir selbst.

Gerade leistungsstarke Unternehmer haben oft gelernt, über Müdigkeit, Zweifel oder Erschöpfung hinwegzugehen. Das Problem ist nur: Der Preis dafür wird mit der Zeit immer höher.

Denn die Entscheidungen werden enger, weil der Tunnelblick zunimmt. Die Beziehungen zu den Kollegen flacher, weil die Kraft nicht mehr da ist, sich auf all die Menschen wirklich einzulassen. Und die Freude an der Arbeit, die ist eh schon lange verschwunden, weil unser Nervensystem Entspannung braucht, um Freude tatsächlich auch empfinden zu können.

Innere Ruhe ist deshalb für mich kein Luxus-Thema.

Sie ist eine unternehmerische Fähigkeit.

Denn erst wenn ich innerlich ruhiger werde, kann ich spüren, was wirklich wichtig ist, was nur Aktionismus ist und was jetzt eigentlich meine klare Entscheidung wäre.

Erst gestern hat ein Vorstand zu mir gesagt: Ich muss alle Zahlen genau kennen und verstehen. Aber die Entscheidung kann ich nur aus dem Bauch treffen. Und dafür brauche ich einen guten Zugang zu mir.

Kennt ihr solche Phasen des inneren Getriebenseins auch? Und wie geht ihr damit um? Schreibt mir gerne hier

Bildquelle: Paul Königer – Fotograf

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