Klare Entscheidungen sind nicht delegierbar

Viele Chefs hoffen heimlich: „Sie sieht die miesen Zahlen – und knickt beim Gehalt ein.“

Das ist keine Führung. Das ist Bequemlichkeit.

Ich höre das gerade in einem echten Fall: Die Chefs schieben der Mitarbeiterin die Zahlen hin und hoffen, dass sie dann „von selbst“ auf mehr Gehalt verzichtet. So müssen sie selbst keine klare Entscheidung treffen. Und können sich später sogar noch als „vernünftig“ darstellen.

Nur: Das Gehalt festzulegen ist nicht die Entscheidung der Mitarbeiterin.

Die Unternehmer tragen das Risiko. Es ist ihr Laden, ihr Geldbeutel, ihre Verantwortung. Die Mitarbeiterin darf ihren Preis nennen. Die Unternehmer müssen entscheiden, ob sie bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Oder eben nicht. Genau diese Entscheidung versuchen sie loszuwerden. Sie drücken sie weg, delegieren sie zur Mitarbeiterin – und hoffen auf ihren Verzicht.

Nehmen wir an, sie würde das geforderte Gehalt einfach bekommen. Jeden Monat. Dann wirkt sich das auf den Gewinn der Inhaber aus. Nicht auf ihren. Wenn die Chefs dann jammern „sie nimmt sich so viel Gehalt“, ist die Antwort klar: Ihr habt es doch entschieden. Oder zumindest zugelassen.

Im Moment hoffen sie: Sie sieht die mittelmäßigen Zahlen. Sie bekommt Angst. Und fordert von sich aus weniger. Dann wäre es für sie bequem. Keine unangenehme Abwägung. Keine klare Position: Was ist uns diese Mitarbeiterin mit dieser Leistung wirklich wert? Welche Zukunft trauen wir ihr und unserem Laden zu?

Genau da wird für mich als Coach sichtbar: Führungsverantwortung kannst Du nicht delegieren. Unternehmerische Entscheidungen auch nicht. Wer sie auf Mitarbeiter abwälzt, spart kurzfristig Energie – und verliert langfristig Respekt, Klarheit und Vertrauenskultur.

Wer von euch kennt solche „versteckten“ Entscheidungen – und wie geht ihr damit um?

Schreib es mir gerne hier

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