Warum kluge Unternehmer trotzdem falsch liegen

„Ich wollte nicht, dass die anderen Recht haben.“
Dieser Satz hat knapp eine Million gekostet.

Mein Coachee hat über 15 Jahre hinweg eine Gruppe aufgebaut. 700 Mitarbeitende, sechs Unternehmen. Doch der Hunger war noch nicht gestillt. Da landet die nächste Kaufchance auf dem Tisch. Strategisch nicht ganz passend, aber im Kopf des Unternehmers kamen sofort die ersten Ideen. Und die große Lust zuzugreifen.

Seine Führungstruppe warnt ihn. Sie haben Zweifel, ob die Rechnung aufgehen wird. Doch der Unternehmer ist längst entschlossen und kauft. Ab jetzt ging es nicht mehr nur um Business.

Die Entwicklung in Zahlen und Interpretationen:

–  Monat 1: 50.000 Minus → „War ja klar.“

–  Monat 2: 40.000 Minus → „Es wird besser.“

–  Monat 3: 80.000 Minus → „Einmaleffekt.“

–  Monat 4: Fast schwarze Null → „Ja, jetzt!“

–  Ab dann: Monat für Monat tiefer rot.

Nach 15 Monaten zieht mein Coachee die Reißleine und schließt die Firma. Seine Verluste stehen kurz vor der Millionengrenze.

Als wir beide zusammensitzen, ist er ganz klar.

„Ich hätte das nie kaufen dürfen. Oder viel früher rausgehen müssen …

Aber ich wollte es allen beweisen.

Ich wollte nicht wahrhaben, dass die anderen Recht haben könnten.“

Dann macht er eine Pause … guckt mich an … und schließt ab:

„Wenn ich ehrlich bin: Irgendwann war es nur noch Ego.“

Das Gefährliche am Ego?
Es fühlt sich oft genauso an, wie unternehmerische Entschlossenheit.
Bis die Rechnung kommt.

Die entscheidende Frage ist nicht:
Treffe ich die richtige Entscheidung?

Sondern:
Kann ich noch erkennen, ob nicht mein Ego längst übernommen hat?

Wenn diese Frage unbequem wird: reden wir. Schreib mir gerne hier

INTERESSE
AN EINEM
EINZEL
COACHING

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