Was Ihre Ungeduld wirklich über Sie verrät.

Die Bereichsleiterin ist maximal ungeduldig. In der Arbeit oder privat: ihr kann nichts schnell genug gehen. Und ist nicht alles sofort erledigt, macht ihr das zu schaffen.

Ihr Problem: „So bin ich halt. Ich war noch nie anders.“

Doch im Unternehmen hat das zwei Seiten. Zum einen wird sie von der Geschäftsführung sehr geschätzt. Die weiß, dass sie sich voll auf sie verlassen kann. Sie gilt als Umsetzerin.

 

Zum anderen aber nervt und verunsichert sie dadurch das Team. Oft sind sie frustriert, weil es der Chefin ja nie schnell genug gehen kann, egal wie sehr man sich anstrengt.

In der Summe belastet auch die Bereichsleiterin ihre Ungeduld.. Sie sieht den Preis, den andere, aber auch sie selbst dafür zahlen müssen sehr klar.

Doch ein Teil von ihr scheint die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben und treibt sie zu mir ins Coaching.

In Runde 1 graben wir die Ursache ihrer Ungeduld aus und bringen sie ans Tageslicht. Sie erkennt, dass sie „schon immer“ ein tiefsitzendes und sehr belastendes Gefühl in sich trägt.

Das Gefühl, ohnmächtig zu sein.

Ohnmacht ist auf der Ebene des limbischen Systems im Gehirn tatsächlich eine existenziell bedrohende Erfahrung.

Es geht in dieser Gehirnregion nicht um die reale Situation und auch nicht um die Frage, was konkret sie jetzt tun könnte, um sich nicht ohnmächtig zu fühlen.

Es geht um uralte, mehr gefühlte als gedachte innere Wahrheiten. Und die ihre lautet eben, ohnmächtig und damit ausgeliefert zu sein. Nichts machen können. Zum Opfer werden. Nicht Täter oder Handelnde sein zu können.

Die Ungeduld – die war für sie immer der Hebel, mit dem sie – unbewusst –versucht hat, mit dem Gefühl der Ohnmacht nicht in Kontakt kommen zu müsssen. Je schneller und zuverlässiger erledigt war, was sie wollte, umso eher war sie wieder auf der sicheren Seite.

Diesen Zusammenhang  erkannt zu  haben und sich selbst besser verstehen zu können, war für meinen Coachee bereits eine große Erleichterung.

In Runde 2 haben wir dann dem Gefühl der Ohnmacht erst einmal Raum gegeben. Bisher war das ja ein Tabu gewesen. Allein schon darüber zu sprechen, nahm dem Gefühl zumindest einen kleinen Teil seines Schreckens.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu Lösung war für sie, als sie eine neue innere Haltung zu ihrer Ungeduld formuliert hat. Sie lautet:

Ich bin entspannt in meiner Ohnmacht!

Ich finde den Satz herrlich. Gerade weil sie nicht denkt „Ich habe Macht“ oder „Ich kann alles bewirken“ oder so.

Klar. Der Satz ist erst einmal nur im Kopf. Sie kann seine Kraft und Entspanntheit im Augenblick noch nicht fühlen.  Aber ohne diesem Satz gäbe es kein Ziel, auf das sie jetzt hinarbeiten könnte.

Und wie ihr das gelingen wird, darum wird es dann wohl in den Runden 3 und 4 gehen! Ich freue mich darauf!

Kennst du das auch von dir? Dass dich irgendetwas ständig antreibt – oder blockiert? Lass uns gerne reden! Schreib mir gerne hier

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