Wenn zwei Stunden für eine Strategiepräsentation ausreichen, dann gibt das keine Strategie, sondern bestenfalls eine To-do-Liste.
Der Vorstand, der mich beauftragt hatte, ging genau davon aus: Zwei bis drei Stunden sollten für die Präsi doch reichen. Zahlen auf den Tisch, alles gut erklärt – und die Sache läuft.
Aber so einfach ist es nicht. Denn die Zuhörer zu überzeugen braucht Zeit. Viel Zeit. Nicht nur für die Präsentation, sondern auch für echte Gespräche. Für Fragen. Für kritische Blicke.
In der Tagung habe ich deshalb immer wieder das Gleiche gemacht. Ich habe gefragt, wer noch mitkommt. Ich habe Zweifel ehrlich zugelassen. Bloß nicht alles schönreden! Es ging darum, dass alle im Raum es verstehen. Dieser Weg ist unser gemeinsamer. Nicht nur auf dem Papier, sondern wirklich. Im Kopf und im Herzen.
Und dafür dürfen – nein: müssen! – wir alle Fragen stellen, die uns durch den Kopf gehen. Wir müssen alle Zweifel aussprechen und nicht nur denken.
Natürlich gab es Diskussionen. Es gab auch Widerstand und sogar Frust. Aber genau das war der Sinn der Veranstaltung. Denn nur so entsteht am Ende Vertrauen. Nur wenn jeder sagen kann, was er denkt, kann echte Zustimmung entstehen.
Und das braucht Mut – auch und gerade vom Vorstand. Er musste aushalten, dass nicht alles sofort verstanden und akzeptiert wird. Dass es manchmal länger dauert.
Was nehme ich für mich mit? Zwei Tage sind viel Zeit. Aber sie sind nichts, wenn am Ende das gesamte Team hinter der Strategie steht.
Für mich ist das der Unterschied: Strategie ist nicht Präsentation. Strategie ist ein Prozess. Und dafür braucht es alle.
Wie gehst du mit solchen Prozessen um? Schreibt mir gerne hier.