Ich hatte vor Jahren eine Assistentin, die die anspruchsvollsten Themen super bearbeitet hat.
Aber an der Frage „Sparpreis für 20€ oder Flexpreis für 180?“ ist sie regelmäßig gescheitert.
Erklären hat nichts geholfen. Auch nicht beim zweiten oder dritten Mal.
Deshalb drehte ich die Lösungsfindung um: Sie sollte mir immer zuerst sagen, was sie selbst tun würde, bevor sie daran dann ihre Frage knüpft. Das hat sie getan. Sie lag immer richtig.
Und fragte beim nächsten Mal trotzdem wieder.
Irgendwo muss sie eine Blockade gehabt haben. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich sie diesbezüglich coachen will. Aber ich spürte deutlich, dass ich die Rollen nicht vermischen möchte.
Auftraggeber oder Coach. Nicht beides zugleich.
Das Problem war nachhaltig gelöst, als ich ihr gesagt habe, dass ich diese Art von Fragen ganz einfach nicht mehr beantworten werde.
So wie das Problem bei meiner Assistentin lag, lag zwangsläufig auch die Lösung bei ihr: Mut haben, sich zu entscheiden. Zu sich und der Entscheidung stehen. Mit Fehlern leben lernen. Und, das Wichtigste: Aus den Erfolgen ihr Selbstbewusstsein nähren.
Assistentinnen, genauso wie Führungskräfte, können nicht entwickelt werden. Sie entwickeln sich immer selbst.
Was sich hier einmal mehr bewiesen hat.