Manche Posts verändern Vorstände.
Nur sehen darf es niemand – außer mir im Vier-Augen-Gespräch.
Ich erlebe das immer wieder: Ein Vorstand, ein Geschäftsführer, ein Unternehmer sitzt mir gegenüber. Wir sprechen über seine Themen. Und plötzlich sagt er: „Neulich in Ihrem Post, da hat mich ein Satz sehr beschäftigt …“ Dann erzählt er, was das bei ihm ausgelöst hat. Welche Idee, welche Entscheidung, welch neuer Mut daraus entstanden ist.
Online: kein Like, kein Kommentar, keine Nachricht.
Offline: echte Begeisterung. Aufrichtiger Dank. Konkrete Veränderung im Alltag.
Das freut mich natürlich sehr. Es berührt mich, dass meine Worte etwas anstoßen. Ich merke: Da tut sich innerlich viel. Da bewegt sich etwas im Führungsteam und im Unternehmen.
Und doch bleibt ein schaler Geschmack.
Denn dieser Teil bleibt unsichtbar: Für andere Geschäftsführer, die ähnliches erleben. Für Mitarbeitende, die sehen könnten, wie ernst ihr Chef diese Themen nimmt. Für Kolleginnen und Kollegen, die sich mehr offene Gespräche wünschen. Die stillen Mitleser bleiben im Schatten. Sie schützen sich. Ihre Rolle. Und natürlich auch ihr Bild nach außen.
Ich verstehe das. Viele Topmanager sind vorsichtig. Ein Kommentar kann wie ein Statement wirken. Jedes Like kann Fragen auslösen, was er denn damit der Belegschaft signalisieren möchte. Ich verurteile das nicht.
Gleichzeitig wünsche ich mir mehr sichtbare Lebendigkeit. Mehr Mut, Resonanz zu zeigen! Vorbilder, die nicht nur im stillen Kämmerlein bewegt sind, sondern sich auch trauen, das zu zeigen.
Wie gehst Du damit um, wenn Dich Inhalte berühren – bleibst Du stiller Mitleser oder zeigst Du Dich? Schreib es mir gerne hier