30 Jahre Selbständigkeit. Oh Mann, hab` ich mich seither verändert!
Meine ersten Lehrjahre als Berater, Trainer und Coach verbrachte ich bei einem Institut, das tatsächlich eine hohe Expertise hatte – die Sonnenseite. Doch gleichzeitig hielt es sich für etwas Besseres, guckte gerne von oben herab auf die anderen „Trainerlein“ (Zitat!).
Man sieht es mir auf dem Foto an: Anzug und Krawatte waren damals Pflicht. Ein äußerlich sichtbares Zeichen dafür, eben etwas „Besseres“ zu sein.
Mit so viel Abstand kann ich erkennen: es war ok, damals als junger Mann und mehr oder weniger Berufsanfänger, erst einmal die Rollenerwartungen der erfahrenen Kollegen zu übernehmen und mich dem Unternehmen mit dessen Wertvorstellungen anzupassen. So weit, so normal.
Das Spannende war nach der Identifikation die stückweise Separation, das mich davon wieder lösen. Das ging nicht von heute auf morgen. Zehn Jahre hat es sicherlich gedauert. Den Startschuss dazu gab das Feedback eines Teilnehmers.
Seine Frage: Johannes, Du arbeitest so nah, intensiv und persönlich mit den Menschen. Wie passen dazu Anzug und Krawatte? Erklär‘ mir das mal bitte.
Meine Erklärung war ganz einfach: weil ich das so gelernt und übernommen habe. Meine Entscheidung in derselben Sekunde lautete allerdings: und das war’s jetzt, mit dem ganzen Firlefanz.
Nie wieder habe ich seither Krawatte getragen, und Anzug nur noch vereinzelt zu besonderen Anlässen. Über all die Jahre bin ich immer mehr bei mir selbst angekommen. Meinem Wesenskern, meinem wahren Ich.
Das fühlt sich sehr viel entspannter an. Lockerer, emotionaler, näher und vor allen Dingen: auf Augenhöhe!
Welche Entwicklung hast du bei dir erlebt – die Loslösung von Rollenerwartungen und die Hinwendung zu mehr „du selbst“?! Schreib es mir gerne hier