Im Coaching fliegt ein Stuhl aus dem Fenster.
Und die Denke der Führungskraft gleich hinterher.
Ich sitze mit einem noch recht unerfahrenen Chef im Coaching. Er weiß: Er muss sich von einem Mitarbeiter trennen. Er hat schon alles probiert, viel Geduld gezeigt, viel erklärt. Nichts hat geholfen. Die Geduld hat er längst verloren. Nur: Ihn zu kündigen, das kann er sich einfach nicht vorstellen. Er ist komplett blockiert.
Ich schaue ihn an und sage: „Es ist genau so einfach für Sie, diesen Mitarbeiter rauszuwerfen, wie es für mich ist, diesen Stuhl hier aus dem Fenster zu werfen.“
Dann stehe ich auf, öffne das Fenster und werfe einen Stuhl hinaus. Er fliegt, landet mitten im Blumenbeet. Nur einen Meter neben einem parkenden Auto – Glück gehabt. Mein Coachee ist sprachlos. Und hellwach.
Vier Wochen später ist der Mitarbeiter nicht mehr im Unternehmen. Er ist den Schritt tatsächlich gegangen. Nicht leichtfertig, aber klar. Am Ende steht kein Triumph, sondern Erleichterung. Für ihn. Für das Team. Und letztlich auch für den Mitarbeiter, der jetzt einen anderen Weg gehen kann.
Was hat mein Stuhl mit seiner Kündigung zu tun? Mein Rauswurf mit seinem?
Es geht um die Vorstellungskraft. Um die innere Erlaubnis. Wir können nur tun, was wir zuerst mal denken können. Solange die Handlung im Kopf „unvorstellbar“ ist, bleibt sie auch unmöglich. Erst wenn ein Bild entsteht und dann der Körper spürt „doch, das geht“, wird daraus eine echte Entscheidung.
Mich beschäftigt das sehr, weil ich das im Topmanagement ständig erlebe: Grenzen im Kopf sind oft stärker als jede Struktur im Unternehmen.
Welche Grenze in Deinem Kopf wartet gerade darauf, dass Du sie endlich hinter Dir lässt? Schreib es mir gerne hier
Bildquelle: ChatGPT