Der größte Feind unternehmerischer Führung sitzt oft im Chefbüro

„Müssen tu‘ ich gar nichts!“ antwortet mir mein Sohn, als ich ihm sage, er müsse endlich mal sein Zimmer aufräumen.

Sein Tonfall dabei: entspannt und selbstbewusst.

15 Jahre ist das her. Und wenn ich ehrlich bin: ich habe ihn für diesen Satz geliebt!

Er hatte eben gut zugehört, wenn ich beim Essen mit meiner Frau oder mit Freunden im Gespräch war. Offenbar hat er da mal was aufgeschnappt zur Unterscheidung von „müssen“ und „wollen“. Und dass wir im Leben letztlich gar nichts müssen – außer eben sterben.

So gesehen spiegelte mir mein Sohn nur etwas wider, was ich ihm (zumindest indirekt) beigebracht hatte.

Klar, ich hätte ihn zurechtweisen können. Autoritär werden. Motto „Schluss mit lustig. Mach gefälligst!“. Aber genau das wollte ich nicht.

Er hatte einen Punkt. Das anzuerkennen war mir wichtiger und es fühlte sich für mich besser an.

Exakt genauso ist es in den Unternehmen. Gerade wenn ein Geschäftsführer mehr unternehmerisches Denken und Handeln von seinen Führungskräften erwartet …

… ist er sehr gut beraten, nicht gleich zurückzurudern, wenn diese mal eine Entscheidung treffen, die er selbst an deren Stelle anders getroffen hätte.

Klar ist das schwer auszuhalten. Und ein sauberer Rahmen, in dem die Leute entscheiden dürfen, muss vorher definiert worden sein. Aber dann heißt es auf gut Deutsch:

Reiß nicht mit dem Allerwertesten gleich wieder ein, was Du zuvor so mühsam durch Gespräche und neue Vereinbarungen aufgebaut hast.

Zurück zu meinem Sohn: Heute, 15 Jahre später, habe ich einen großartigen und selbständigen Sohn. Es ist wunderbar, wie er sein Leben meistert!

Und sein Zimmer … äh … also … vielleicht mal in einem anderen Post  …

INTERESSE
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