Wie Vorbilder tatsächlich entstehen

„Schwächen zuzugeben ist sehr schwer. Das ist die Kultur! Dass man viele Menschen führt und die wollen ja das Gefühl haben, dass die Führung weiß, wo es hingeht …“

Diese Aussage von Herbert Henzler, dem langjährigen Deutschlandchef von McKinsey, stimmt nur auf den ersten Blick. Widerspruch in zwei Aspekten.

Zum einen macht Henzler für sein eigenes Verhalten die Kultur seines Unternehmens verantwortlich. Als wäre diese Kultur in Stein gemeißelt und er wäre gezwungen, ihr zu folgen. Beides ist aber nicht der Fall.

Die Kultur eines Unternehmens wird jeden Tag aufs Neue durch das Verhalten aller geprägt. An erster Stelle von denjenigen, die an der Spitze die Verantwortung tragen. Das heißt:

Henzler selbst war es, der diese Kultur geschaffen hat, der zu folgen er später vorgab.

Zum anderen stimmt es natürlich, dass Mitarbeiter wissen wollen, wo es lang geht. Aber sie wünschen sich mehr als nur das: nämlich eine Führungskraft, die sowohl Leistung vorlebt als auch Schwäche zeigen kann. Ganz einfach, weil jeder solche schwachen Phasen bei sich selbst kennt und es äußerst beruhigend ist zu wissen, dass es „dem da oben“ auch nicht anders geht.

Und letztlich wünschen sich die Menschen auch eine Führungskraft an der Spitze, die Grenzen das eine Mal erweitert und ein anderes Mal respektiert. Dann hätten sie nämlich in ihrem Chef ein tolles Vorbild dafür gefunden, wie gesunder Erfolg aussehen kann. Es hat nun mal nicht jeder die gleiche Konstitution wie der CEO.

Und Du, wie prägst Du die Kultur in Deinem Unternehmen? Schreib es mir gerne hier

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