Wenn Anpassung wichtiger wird als Verantwortung

Ich habe meinen Mann betrogen, sagte die Unternehmerin zu mir. Ihr Strahlen im Gesicht sprach Bände.

Vor mir saß eine erfolgreiche Frau, nach außen stark, klar, souverän. Seit über 20 Jahren verheiratet. Zwei Kinder. Ein gewachsenes Unternehmen. Und doch: innen drin war sie lange wie eingefroren. Gefangen in einer Ehe, die sich nicht mehr nach Leben angefühlt hat, sondern nach Pflichtprogramm.

Sie wollte immer voran. Reisen. Lernen. Ihr Unternehmen weiterentwickeln. Sich selbst besser kennenlernen. Das Leben auskosten. Aber jedes Mal, wenn sie losziehen wollte, spürte sie den Widerstand des Partners. Kleine Seitenhiebe. Abwertende Sprüche. Diskussionen, bis sie erschöpft aufgab.

Mit den Jahren wurde es stiller zwischen den beiden. Erst in den Gesprächen. Dann in der Nähe. Am Ende auch im Körperlichen. Kein großer Knall. Einfach ein langsames Einschlafen von allem, was mal lebendig war. Sie funktionierte. Für die Kinder. Für die Firma. Für das Bild nach außen. Aber sie selbst kam nicht mehr vor, geschweige denn voran.

Als sie mir sagte: „Ich habe meinen Mann betrogen“, war das für sie deshalb keine Beichte. Es war ein Lebenzeichen. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte sie wieder etwas getan, das sich nach Befreiung angefühlt hat. Nicht, weil Affären ein guter Ausweg sind. Sondern, weil sie gemerkt hat, wie groß ihre Sehnsucht nach Lebendigkeit und Eigenverantwortung wirklich ist.

Für mich geht es genau darum: Unternehmertum im Außen braucht auch Unternehmertum im Inneren. Die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Es in die Hand nehmen. Auch und gerade für die unbequemen Wahrheiten.

Wer hat ähnliche Spannungen zwischen Beziehung, Familie und Unternehmertum erlebt – und wie gehst Du damit um?Schreib es mir gerne hier

 

Bildquelle: ChatGPT

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