Bis es “Klick” macht.

Wie schaffen wir es, wirksamer zu werden?

… fragten mich die zwei Vorstände.

Beide sind erfahren, fachlich exzellent und menschlich fair.
Sie sind auch bereit, einander zuzuhören, um eine gemeinsame Lösung zu finden.
Ideale Voraussetzungen, um in der Vorstandsklausur schnell zu Ergebnissen zu kommen, könnte man meinen.

Doch weit gefehlt.

Denn beide Vorstände sind auch Weltmeister im Themenhopping.
Fokus?
Fehlanzeige.

Mit Selbstkritik wird zwar nicht gespart (selten!).
Aber Kritik am Gegenüber?
Nur in homöopathischen Dosen.

Beide sind messerscharf in der Analyse.
Aber daraus operatives Handeln ableiten?
Unmöglich.

Für mich als Moderator war schnell klar: Die beiden reden viel und klug – aber so kommen sie nie zum Punkt.

Zwei Stunden später  hatten die beiden Vorstände es dann auch erkannt.

Was war passiert?

Insgesamt drei Mal habe ich die „reine Lehre“ der Moderation verlassen und den beiden Feedback gegeben, wie sie sich immer wieder in die gleiche Schleife hinein  manövrieren.

Drei Mal schwankte ihre Reaktion zwischen Unverständnis und Widerspruch und sie machten genau so weiter, wie zuvor.

Wie ein Jeep, der sich längst im Sand festgefahren hat, gaben sie immer wieder Gas, gruben sich nur noch tiefer ein und saßen schließlich  fest.

Beim vierten Mal kapitulierten sie.
Es war an der Zeit, einzusehen, dass ich vielleicht doch Recht haben könnte 😉
Darum ging es mir allerdings gar nicht.

Mir wurde mal wieder klar:

> Ein Feedback gehört zu haben, heißt noch lange nicht, es auch verstanden zu haben, geschweige denn, damit einverstanden zu sein. Das gilt genauso zwischen Moderator und Kunden wie  auch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern.

> Wenn ein Feedback nicht nachhaltig ankommt, heißt das nicht, dass es falsch ist. Es bedeutet vielmehr, dass das Gegenüber hier einen „Blinden Fleck“ haben kann. Es ist noch nicht in der Lage, das Offensichtliche ebenfalls zu erkennen..

> Wenn die Führungskraft sich ihrer Sache sicher ist, gilt es daher, gerade dann am Ball zu bleiben und immer wieder für die eigene Sichtweise zu werben, um den Blickwinkel des Gegenübers zu erweitern.

Wichtig ist dabei, konkret zu sein und Worte bzw. Situationen zu beschreiben, an denen die andere Seite andocken kann. Nur dann hat die Interpretation und ggf. Bewertung des Beobachteten eine Chance, auch tatsächlich verstanden zu werden.

Einen aktuellen Artikel zum Thema Feedback-Irrtümer gibt es auch im Harvard Business manager. (Nur im Heft, nicht auf LinkedIn)

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